Rafaela ist unter ihren Artgenossinnen eine große Ausnahme. Nicht nur wegen ihrer Höhe von vier Metern und einer Länge von sieben Metern, sondern auch, weil sie als Demeter-Bio-Kuh ihre Hörner behalten darf. Ihre Mitkühe sehen in ihr die große Schwester, die seit Ende 2010 mit ihrem Tagebuch den Menschen zeigt, wie Milchrinder gerne leben: nämlich art- und wesensgerecht, mit Biofutter und viel Auslauf auf der Wiese. Also das genaue Gegenteil von Massentierhaltung. Hierzu kommt von Rafaela ein laut vernehmliches und zustimmendes „Muh".
Rafaela unterwegs, Hofgeflüster, Rafaela mag’s gesund, Rafaela stellt vor
Rafaelas berichtet unter vier Rubriken von Ausflügen zu anderen Bio-Demeterhöfen und zur Messe BioFach, erklärt, was Bio- und Demeter-Standards für eine Kuh und ihre Milch bedeuten, spricht über gesunde Ernährung und erzählt, was es Neues aus der Molkerei Schrozberg gibt.
Milch von Kühen auf der Wiese ist gesünder
Frisches Gras zu fressen ist nicht nur ein Genuss, sondern auch gut für die Milch. Weil wir beim Weiden nur die oberen Teile der Grashalme abzupfen und weil die besonders viel ungesättigte Fettsäuren enthalten. Das haben Forscher von der holländischen Universität Wageningen einmal herausgefunden. Deshalb enthält die Milch von Kühen mit Weidegang um die Hälfte mehr ungesättigte Fettsäuren als Stallmilch. Und ungesättigte Fettsäuren beugen beim Menschen gegen Herz- und Gefäßerkrankungen vor. Das ist gut für die Menschen, denn die gehen ja viel zu selten raus und bewegen sich zu wenig.
Da haben wir Demeter-Bio-Kühe es besser, denn wir dürfen ja - außer im Winter - immer auf die Weide und bewegen uns dabei natürlich viel. Bei uns im Hohenloher Land ist Weidehaltung sehr verbreitet, deshalb sehen wir dann auch viele unserer konventionell gehaltenen Schwestern auf den Nachbarparzellen. Da kommt man zwischen ein paar Grashalmen schon mal ins Gespräch. So erzählte mit neulich eine konventionell gehaltene Schwester, dass es Milchkühe gibt, die stehen das ganze Jahr über im Stall! Das muss man sich mal vorstellen: Die armen Tiere dürfen nicht herumlaufen, sich die Sonne aufs Fell scheinen lassen, die frische Luft einatmen. Und sie dürfen kein frisches Gras von der Wiese fressen.
Gut, jetzt, wo es kalt ist, da ist auch für uns Demeter-Bio-Kühe die schöne Zeit draußen vorbei. Aber im Stall gibt es dafür leckeres Bio-Heu. Und wir wissen, dass wir im nächsten Frühjahr wieder auf die Wiese dürfen.